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Herrschsuchtkrankheiten

herrsch

Die Arbeit "Herrschsuchtkrankheiten"  setzt sich mit dem Umgang von Betäubungsmitteln und Psychopharmaka für Kinder in unserer Gesellschaft auseinander.

Als Wirtschaftsdroge eingesetzt wirkt Ritalin als effizienzsteigerne und systemerhaltende Droge. Ziel ist eine Heerschar von kleinen gleich funktionierenden Robotern, die alle in der gleichen Frequenz atmen und nur noch als kleine Zahnräder in einer großen Maschine für die Wirtschaft funktionieren. Kinder werden frühzeitig zur Tablettensucht erzogen. Nämlich dazu, ein Problem mit der Einnahme von Medikamenten lösen, anstatt zu lernen mit ihren Bedürfnissen und Kräften in einen schützenden Umgang zu kommen.

Die Probleme der Gesellschaft werden auf die Symtome und die schwächsten Glieder übertragen und in ihnen behandelt.

Es findet eine Übertragung und Umkehrung von Verantwortung statt.

Die Arbeit "Herrschsuchtkrankheiten" stellt eine Horde, eine Menge von bereits robotisierten Kindern dar, die sich zusammen tun, sich aufrichten und eine schweigende Revolution gegen medikamentösen Mißbrauch beginnen.

 

Die Robotermädchen sind mit der Stichsäge aus MDF Platten gesägt, mit einem Schwingschleifer geschliffen, mit Zaunweiss grundiert und mit silbernem Spray besprüht und dann verschraubt worden.

Die Arbeit erfolgt in zwei Phasen.

Phase eins

Präsentation von fünfzehn Robotermädchen in einer Ausstellung.

Diese Phase wurde zum 6. oktober 2012 verwirklicht in der ausstellung „herrschsuchtkrankheiten" im Zusammenhang mit der Performance „Was ist Kunst? Oder: Zwanzig Jahre Schrott" in der Galerie „extrawurst" in Augsburg.

 

 

Phase zwei

Der konzeptionelle Teil soll ausgearbeitet und in Flugblättern verarbeitet werden, die Schwelle des Galerieraumes von einer 100 köpfigen Horde von Robotermädchen überschritten werden, die sich dann im öffentlichen Raum ausbreiten, um die Stadtgesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren. Denn mein künstlerischer Ansatz ist nicht, für eine Elite von Experten oder/und Aktionären Arbeiten zu schaffen, die für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind, sondern welche, die überall und für Alle lesbar sein sollten. Ziel ist es, die gesellschaftliche Auseinandersetzung voranzutreiben und möglichst viele Menschen dahingehend zu erreichen und zu inspirieren.

Bella Schrott

Bella Schrott ist ein musikalisch performatives Projekt, das bei jeder Vernissage von Antonia Pöhlmann inszeniert wird und bei Konzerten auch mit anderen Musikern kooperiert.

"Was ist Kunst oder: zwanzig Jahre Schrott"

Zur Vernissage dieser Ausstellung gehörte eine Performance der Künstlerin als Bella Schrott, die sich am Abend der Vernissage in ein Kühlhaus einsperrte, in das die Besucher nur durch ein Fenster, das aus dem Verkaufsraum zu öffnen war, schauen konnten. Zwischen dem Fenster und dem Kühlraum lag ein weiterer Raum, sodass eine weitere Ebene den direkten Kontakt wie in einem Elefantengehege verhinderte. Die Künstlerin hatte die Möglichkeit, mit den Besuchern über einen Sampler zu kommunizieren. Die Gäste hatten keine Möglichkeit, mit der Künstlerin Kontakt aufzunehmen.

In einem anderen Raum war ein schwarz-weiss Fernseher aufgestellt, wo die Performance live, aber ohne Ton übertragen wurde.

Die Performance war ein Experiment, wie Besucherlnnen und Künstlerin darauf reagieren würden, wenn am Abend der Vernissage kein Kontakt zur Künstlerin möglich sein würde.

Weiterhin beschreibt die Performance den Authismus und die Isolation, in die Kinder gebracht werden, Wenn das Eigentliche unaussprechbar bleibt, von außen als Phänomen betrachtet und mit Medikamenten auf eine gesellschaftliche Norm gebracht wird, die nachweislich historisch wandelbar ist und kein Absolutum darstellt.

Auch die Beschreibung dieser Performance war nur als Skizze angedeutet und soll noch künstlerisch und intellektuell ausgearbeitet werden.