die ohne haus, ich meine, wo wohnt natascha?

Das Konzept ist die Fortführung meines Ausstellungskonzeptes für Ulm und weiteren Stationen.

Die Aussage ist, dass es Menschen gibt, die kein Haus haben und immer da, wo sie sich aufhalten und arbeiten, ein neues „Nest“ bauen.  Und dass es für solche Menschen in Zukunft mehr Plätze geben muss. Weil sie kein Haus haben.

Jeder Ort und in meinem Fall, jeder Raum, also der Ausstellungsraum, in dem ich arbeite, wird für die Zeit zu meinem Lebensmittelpunkt und als solcher voll ausgenutzt. Da wo ich arbeite, da bin ich, da ist mein Platz. Und ohne Haus.

Die Unterkünfte sind verschieden. So habe ich schon im Austellungsraum, in Hotels, im Wohnwagen, im Lastwagen, in Zimmern, in Häusern, in Kellern gewohnt, je nachdem, was meine Umstände erfordert haben. Und je nachdem, wo man unterkommt.

Es ist eine sozialkritische Arbeit, die das Leben der Nichtsesshaften entmystifiziert, versucht, sichtbar zu machen und darauf hinweist, dass ein System ohne bedingungsloses Grundeinkommen seine Künstler und andere Erwerbslose auf die Straße und in die Keller treibt. Dass wir gesamtpolitisch bald ein immer größer werdendes Problem mit nichtsesshaftigkeit haben werden, weil die Infrastrukturelle Entwicklung es verpasst bzw. es verweigert hat, für diesen Teil der Bevölkerung genügend Plätze und Unterkünfte zu schaffen.

Und weil diese Bevölkerungsgruppe sich aufgrund der Desozialisation in allen Schichten und der Forderung der Arbeitgeber nach Flexibilität potenzieren wird.

Wohin als Künstlerin, wenn keine Wohnung haltbar ist, weil niemand die Arbeit, das Hotel bezahlt?

Als Raumcollage bezeichnet Antonia Pöhlmann Rauminstallationen, die im gleichen Prozess wie eine Collage entstehen. Das Bild wird vorher nicht entworfen und geplant und dann produziert, wie in der klassischen Architektur oder im Bühnenbild, sondern entsteht vor Ort und im Moment der Herstellung in Korrespondenz zum Raum.

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